Pferde haben mich schon immer fasziniert und angezogen, obwohl keinerlei erbliche Vorbelastung oder familiäre Unterstützung vorhanden war. Zufälligerweise hat meine Freundin zwei Islandpferde bekommen – so begann meine Islandpferdekarriere.
Ich war immer sehr interessiert an allen Pferden, Rassen und Reitweisen, die ich erreichen konnte. Trotzdem bin ich den Islandpferden immer treu geblieben, weil sie einfach alle Anforderungen in jede Richtung erfüllen können. Dazu haben sie einen einmaligen, selbstständigen und sehr liebenswerten Charakter. Wodurch es immer wieder faszinierend und eine Herausforderung ist, das Pferd komplett für sich zu gewinnen.
Glaesir von Gut Wertheim ist ein 2007 geborener Hengst. Glaesir bezeichnen viele meiner Freunde und Kollegen als das Pferd meines Lebens. Dem kann ich nur zustimmen. Er zeichnet sich durch eine unheimliche Leistungsbereitschaft aus (Workaholic) und gibt gerade auf großen Events nochmal mehr, weil er es selbst liebt mit mir zu performen. Er hat es geschafft in allen Gängen inklusive Zügelüberstreichen eine 10 zu bekommen. Nur im Schritt ist noch deutlich Luft nach oben! Er hat sich im Verlauf der Ausbildung Dinge beigebracht, die mir vorher bei einem Islandpferd noch nie begegnet sind: Trabverzögerungen bis zur Passage. Mancher sagt auch „Töltpassage“ zu manchem langsamen Tempo. Es ist jeden Tag aufs Neue spannend, weil er auch mein absolutes Lieblingsfreizeitpferd ist. Er ist häufig im Urlaub mit dabei, z.B. am Meer.
Neben ungewiss vielen Deutschen Meistertiteln und leider aus Altersgründen keinen DJIM Titeln hier die wichtigsten:
1993 und 1995 Doppeltweltmeister in Viergang und T1 mit Ofeigur
1999 Weltmeister im Freestyle mit Ofeigur
2001 dreifacher Vizeweltmeister in Viergang, T1 und Freestyle mit Laxnes vom Störtal
2003 Bronzemedaille auf der WM in der Viergangkombination mit Laxnes vom Störtal
2017 Weltmeister in Viergang, Vizeweltmeister in T2, Bronze in Viergang Kombination mit Glaesir
seit 1991 (bis auf 2003) immer Mitglied der Deutschen Equipe
Glaesir ist punktemäßig Weltrekordhalter in der T2
Ein reiterliches Highlight war für mich der Vorentscheid in der T2 auf der WM 2017 in Holland mit Glaesir: Einreiten in einen Hexenkessel aus applaudierenden, tobenden Zuschauern, Fahnen, Bannern. Es war so laut, dass Glaesir mein normales Schnalzen nicht mehr hören konnte. Glaesir stutzte kurz beim Einreiten, lief dann aber wie ein Uhrwerk, auch ohne Zügel. Wir wurden vom Publikum durch die Prüfung getragen – ein tolles Gefühl. Die Prüfung war zu Ende, ich ließ die Zügel lang und Glaesir wirkte, als hätte er erst jetzt den Hexenkessel wahrgenommen. Ein unbeschreibliches Gefühl: Glaesir war so problemlos zu mir zu bringen, dass er die Umgebung kaum noch wahrgenommen hat und wir ein wirkliches Team waren.
Ein weiteres reiterliches Highlight: Ritte durchs Watt nach Neuwerk.
Ich bin Ausbilderin im IPZV und seit über 30 Jahren in der Reitschule Berger im Sauerland angestellt. Seit vielen Jahren bin ich Trainerin des Jugendkaders Westfalen-Lippe.
Den Alltag gestalte ich soweit möglich mit dem, was mir am meisten am Herzen liegt: Pferdeausbildung und Reiterausbildung. Natürlich auch Vorstellen der Pferde auf Turnieren und Materialprüfungen und Begleiten der Reiter auf Turnieren.
Möglichst lange gesund mit einem zufriedenen, einsatzfreudigen Pferd reiten zu können – bis ins hohe Alter.
Immer noch weiterlernen: Über Kommunikation mit dem Pferd und Lernverhalten und damit jedes Pferd optimal fördern.
T2: Im beliebigen Tempo kann man die Stärken eines Pferdes am besten zur Geltung bringen und es "strahlen" lassen.
Im Zügelüberstreichen findet die Kontrolle über Balance und Mitarbeit des Pferdes statt, was gleichzeitig eine Kontrolle des Ausbildungsweges ist. Die meisten Pferde lieben diese Prüfung mehr als andere Prüfungen.
Urlaub, Seele baumeln lassen und meine Hunde: Königspudel Emil (15 1/2 J.) und Martha (10 Monate).