Islandpferdezucht in Deutschland

Bewahren und verbessern. 
 
Mittlerweile leben in Deutschland ca. 50.000 Islandpferde. 1999 gab es 728 eingetragene Hengste und 5.541 eingetragene Zuchtstuten; die Zuchtverbände registrierten 2.306 Fohlen.

Zuchtziel ist der Erhalt der rassetypischen Eigenschaften des Islandpferdes in Exterieur, Charakter und Gangverteilung. In enger Zusammenarbeit mit Island wurde ein internationaler Rassestandard erarbeitet, anhand dessen die Pferde auf isländerspezifischen Zuchtprüfungen beurteilt werden. Größter Wert wird hierbei auf Rittigkeit, Gangverteilung - insbesondere Tölt und Rennpaß - sowie Temperament und guten Charakter gelegt. Geprüft werden sowohl importierte als auch auf dem Kontinent gezogene Pferde.

Als "Islandpferd" anerkannt werden nur reingezogene Tiere, deren sämtliche Vorfahren lückenlos auf in Island geborene Vorfahren zurückverfolgt werden können. Fehlt dieser Nachweis oder sind fremde Rassen eingekreuzt, werden weder diese Pferde noch ihre Nachkommen jemals als Islandpferde eingetragen. Auf Zucht- und Sportprüfungen werden nur reingezogene Tiere zugelassen. Beurteilt werden sie von speziell ausgebildeten Richtern.

Auch in der Zucht wird größter Wert auf artgerechte Haltung gelegt. In der Regel deckt der Hengst im Natursprung frei auf der Weide. Die Deckherde, oftmals 30 Stuten (auch mit Fohlen) und der Hengst, bleibt meist für sechs Wochen zusammen. Belohnung für diese natürliche Art des Züchtens sind Bedeckungsraten von 90%.
Sprünge an der Hand werden kaum angeboten; die künstliche Besamung wird gerade eingeführt, nimmt jedoch nur einen geringen Raum ein.
Die Fruchtbarkeit des Islandpferdes ist hoch, viele Zuchtstuten tragen bis ins hohe Alter und können bei guter Pflege und Ernährung ohne weiteres zehn bis 15 Fohlen bekommen.

Geboren werden die Fohlen ohne Hilfe auf der Weide, und nur selten hat der Züchter die Gelegenheit, eine Geburt zu beobachten. Meist stehen die Fohlen schon trocken und zufrieden bei der Stute, wenn der Züchter seinen morgendlichen Kontrollgang macht.
Komplikationen bei der Geburt sind äußerst selten. Während des Sommers laufen die Fohlen ohne Zufütterung mit den Stuten, erst nach dem Absetzen wird Fohlenstarter o.ä. gegeben.
Die Jungpferde wachsen in ihren Herden mit möglichst geringem menschlichen Kontakt auf und entwickeln so ein gesundes, natürliches Sozialverhalten. Die Erziehung sollte sich auf Halfterführigkeit und einen Grundgehorsam zur Hufkorrektur oder notwendigen medizinischen Versorgung beschränken. Bis zum Alter von vier Jahren bleiben die Pferde in den Herdenverbänden, um dann angeritten oder zur Zucht eingesetzt zu werden.
  
Alle Islandpferde können an den Zuchtprüfungen für Fohlen, Jungpferde oder gerittene Pferde (ab fünf Jahren) teilnehmen. Höhepunkt der Prüfungen ist das alle zwei Jahre stattfindende Deutsche Islandpferde Zuchtchampionat (DIZ), auf dem die besten Zuchtpferde Deutschlands vorgestellt und die Vertreter für die Zuchtwettbewerbe auf der Weltmeisterschaft gekürt werden.

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