Zuchtausschuss des IPZV stellt Weichen für 2017

15.11.16 von IPZV e.V.

- konstruktives Wochenende in Kassel

Um viertel vor 11 in der Früh' begrüßte Ressortleiterin Maria Siepe-Gunkel am Samstag den 12. November 21 Mitglieder und Gäste zur Zuchtausschuss-Sitzung des IPZV im InterCity-Hotel in Kassel. Selbst wenn diese von der Deutschen Bahn unmittelbar neben den Wilhelmshöher Gleisen betriebene Herberge einen eher spröden Charme versprüht, so ist sie für Tagungen im Herzen der Republik dennoch ideal ... und sehr gut beheizt.

Zu Beginn der Sitzung, deren Teilnehmern man hohe Anerkennung für ihr ernsthaftes und konstruktives ehrenamtliches Engagement im Sinne der Islandpferdezüchter in Deutschland zollen muss, bilanzierte die Ressortleiterin ein erfolgreiches Zuchtjahr 2016 mit starker Geburtenzahl von Fohlen und erfolgreich vorgestellten Zuchtpferden bei Fohlen-, Jungpferde- und FIZO-Prüfungen. Besondere Beispiele prominenter Zuchtpferde aus deutschen Landen waren 2016 z.B. Óðinn vom Habichtswald, Mjölnir vom Lipperthof und Demantur vom Neddernhof bei den Hengsten, Glódís, Jódís und Hekla vom Kronshof (allesamt zurückgehend auf die Næpa-Mutter Hrafnkatla frá Burfelli) als herausragende Beispiele bei den Stuten. 

Allen Züchtern, Besitzern, Trainern und Vorstellern zollte Maria große Anerkennung für ihre engagierten Leistungen. Gleichzeitig sollen (nicht zuletzt als aktive Antwort auf die Mitgliederumfrage im IPZV) Fortbildungsangebote für Züchter durch neuartige Veranstaltungen und noch besseres Informations-Material bundesweit intensiviert und verbessert werden.

Erstmalig waren die Ressortleiter des IPZV vollumfänglich zu den Komitee-Sitzungen der FEIF in diesem Herbst im niederländischen Haarlem eingeladen. Ein richtiger Schritt, findet Maria, in Richtung Transparenz bzw. internationale Zusammenarbeit. Großes Diskussionsthema war die Einführung eines künftig verpflichtenden Chefrichter-Pools für FIZO-Prüfungen (zwei Jahre Gültigkeit, dann neue Zusammensetzung) mit 12 erfahrenen Materialrichtern. Drei „Head Judges“ sind die Kontinental-Europäer Barbara Frische, Marlise Grimm und John Siiger Hansen, die restlichen neun stammen aus Island. Der Zuchtausschuss des IPZV möchte in jedem Falle gern engagiert an der künftigen Gestaltung dieses Themas mitwirken.

Frauke Schenzel berichtete anschließend ebenso als Mitglied des FEIF-Zuchtkomitees:  auch 2017 werden wieder Zuchtpferde im Rahmen der WM vorgestellt, es wird erneut eine komplette Beurteilung hinsichtlich Exterieur und Reiteigenschaften erfolgen. Ein Breeders’ Café ist nach positiver Resonanz in Berlin 2013 und Herning 2015 auch für Oirschot 2017 angedacht, Hinweise zu Preisen und Möglichkeiten wird FEIF-Zuchtleiter Inge Kringeland zeitnah kommunizieren. Darüber hinaus soll es auch im kommenden Sommer auf der WM wieder Gestütsschauen geben, allerdings vorzugsweise in größerer zeitlicher Nähe zum Sportprogramm. 


Ein interessanter Seminar für ambitionierte junge Reiter ist alljährlich das FEIF-Angebot namens „Seminar for Young Breeding Horse Trainers“. Dieses findet vom 4.-7. April 2017 auf dem isländischen Gestüt Skeiðvellir nahe Hella statt. Ggf. sollte dieses Event anhand der hohen Resonanz (bisher v.a. in den skandinavischen Ländern „überbucht“) um weitere Angebote (gern bereits im Frühjahr 2017) ergänzt werden. 

Marlise Grimm übernahm im Rahmen der Ausschuss-Sitzung die Leitung eines tollen Workshops mit der Idee „Was können wir im Bereich Zucht mit den Möglichkeiten, die wir im IPZV haben, besser machen?“ Dabei ging es der so leidenschaftlichen Vordenkerin einerseits um das Ergründen der Motivation für ihre Mit-Islandpferdefreunde im Saal, sich ehrenamtlich zu engagieren. Gleichzeitig setzte Marlise dann aber auch das in vier Gruppen aufgeteilte Plenum auf eine Reihe wichtiger Fragen und Aufgabenstellungen im Sinne und Interesse der IPZV-Mitglieder an:

1. Wie bekommen wir alle (Züchter) ins Boot? Wie motivieren wir sie, vom Konsumenten zum engagierten Mitmacher zu werden? 2. Welche Möglichkeiten haben wir für die Weiterentwicklung der FIZO-Prüfungen? 3. Wie können wir den allgemeinen Markt zu Gunsten des Islandpferdes beeinflussen? 4. Wie können wir die Qualität des Zuchtfortschritts auch auf breiter Ebene (nicht nur an der bereits erfolgreichen Spitze) steigern? Die Ergebnisse dieses hochinteressanten Workshops präsentiert isibless in Kürze gesondert. Einfach super, wie jemand mit Marlises enormem Erfahrungsschatz immer noch derart voller eigener Motivation und Energie, voller Gemeinschaftssinn, Neugier und Lust auf Neues steckt! 

Gastgeber Uli Reber bot dem Zuchtausschuss eine Vorschau auf Zuchtchampionat 2017, findet dieses doch im Rahmen der mit Spannung erwarteten Deutschen Meisterschaft auf dem Lipperthof statt. Zucht-Wettbewerbe beginnen auf der DIM vor den Sport-Wettbewerben (Gebäudebeurteilung in der Reithalle Montag Nachmittag oder Dienstag früh, anschließend beginnt die Überprüfung der Reiteigenschaften auf der Passbahn an der Hutzlmühle). Die FIZO-Bewerbe werden im späteren Verlauf verschränkt mit den auf demselben Geläuf stattfindenden Pass-Disziplinen.

Ein Shuttle-Bus wird für DIM-Gäste vom Hof zur Hutzlmühle eingerichtet, ebenso gibt es Unterstützung beim Pferde-Transport vom Hof zur Passbahn bzw. für die Versorgung der Zuchtpferde in der Nähe ihrer Prüfungs-Geraden. Eine Vorstellung der besten Pferde dieser FIZO ist am Wochenende vor großem Publikum geplant, die Zucht-Equipe soll am Sonntag in jedem Falle vollständig vor Ort sein und an jenem Tage präsentiert werden. Richter der DIM-FIZO sind Barbara Frische und Marlise Grimm, analog zur Vor-WM-DIM 2015 in Neuler soll das Richterkollegium erneut durch einen Materialrichter aus Island ergänzt werden.

Für die Teilnahme an der DIM-FIZO wird für ältere Pferde eine Qualifikation erforderlich sein (Qualifikationspunkte = Zugangsbedingungen: 8,30 Punkte für siebenjährige und ältere Hengste und Stuten / 8,15 Punkte für sechsjährige Hengste und Stuten). Es gibt keine Zugangsbedingungen für fünfjährige Pferde, diese sind grundsätzlich startberechtigt und dürfen ohne Vorbeurteilung auf der DIM-FIZO starten.

Die Zuchtpferde für die deutsche WM-Equipe 2017 werden anlässlich einer vollumfänglichen FIZO-Prüfung (Exterieur und Reiteigenschaften) auf der Deutschen Islandpferde Meisterschaft auf dem Lipperthof ausgewählt. Die vorgeschlagenen Zuchtpferde (im Regelfall die Sieger der jeweiligen Altersklassen) und damit die seitens des IPZV bestätigte Equipe wird nach Vorstands-seitiger und veterinärmedizinischer Freigabe vor Ort dem Publikum vorgestellt. Analog zu den Vorgaben im Sport erhalten die Pferde erst grünes Licht, wenn sie vor Ort nach absolvierter Prüfung durch den Verbands-Tierarzt als "fit to compete" eingestuft werden.

Kann ein Klassensieger seine Startberechtigung nicht wahrnehmen, rückt das nächstplatzierte Pferd desselben Geschlechts und derselben Klasse nach, sofern es auf der DIM mindestens die vorher festgelegte DIM-Qualifikationsnote erreicht hat. Wurde diese Note nicht erreicht, wird das gleichaltrige Pendant des anderen Geschlechts berücksichtigt, sofern dessen Wertung höher liegt. Zusätzlich werden 2 Reservepferde (das punkthöchste zweitplatzierte Pferd insgesamt sowie das nächsthöchstbeurteilte aus einer anderen Altersklasse) bestimmt, falls ein nominiertes Pferd aus Verletzungs- oder sonstigen Gründen nicht an der WM teilnehmen kann. Diese Pferde nehmen ebenfalls bereits vorsorglich auf der DIM am Vet-Check teil und müssen diesen beanstandungsfrei bestehen. 

Einstimmig votierte der Zuchtausschuss zuguterletzt für eine Ernennung von Barbara Frische, die in Holland nicht richten wird, zur Equipe-Chefin Zucht anlässlich der Weltmeisterschaft 2017 in Oirschot - damit hat die Mannschaft eine ausgesprochen wertvolle Ratgeberin an ihrer Seite.

Hinsichtlich der Rahmenbedingungen für Fohlen- und Jungpferde-Beurteilungen diskutierte der Zuchtausschuss, wie ein Outdoor- oder Indoor-Viereck für Fohlenprüfungen beschaffen bzw. ausgestattet sein muss, um damit allgemein verbindliche Vorgaben zu schaffen und keine Vor- bzw. Nachteile zuzulassen, die z.B. durch „künstliche Ovalbahnen“ und damit eine bessere Führung für Fohlen und Jungpferde erzeugt werden. Einstimmiges Votum zur Änderung von IPO § 3.1.8.2: "Abgrenzungen jeglicher Art in der Mitte der Prüfungsfläche (Viereck) sind nicht gestattet, das Abspannen der Ecken nach außen ist zulässig, ebenso die mittige Platzierung eines Richtertisches samt Stühlen und Witterungsschutz."

Der Paragraph 6.2 in unserer IPO regelt die Ehrung von Jungpferden, eine solche ist künftig für die sowieso nur in Ausnahmefällen beurteilten Ein- und Zweijährigen nicht mehr vorgesehen. Hier die künftig geltende Vorgabe: "Es erfolgt jährlich ein deutschlandweites Ranking der besten Jungpferde (Hengste und Stuten) in den Altersklassen der 3- und 4-Jährigen. Die besten deutschgezogenen Hengste und Stuten dieser Altersklassen erhalten eine Urkunde und eine Plakette oder einen Pokal. Zeitraum der Ermittlung soll jeweils vom 01.01. bis zum 31.12. sein. Die Ehrung erfolgt Ende des Jahres mit Veröffentlichung (Beschreibung und Bild) in der Verbandszeitschrift „Das Islandpferd“ und auf der Homepage im Zuchtbereich."

Soviel zu Tag 1 einer wahrlich produktiven Ausschuss-Tagung unter der Regie einer außerordentlich engagierten Fachbereichs-Chefin Maria Siepe-Gunkel. Morgen früh trifft sich das oberste Zucht-Gremium des IPZV zu Teil 2 seiner Herbstsitzung - gute Nacht aus Kassel!

Tag 2 im von Maria Siepe-Gunkel voller Leidenschaft für die gemeinsame Sache Islandpferd ehrenamtlich geführten Zuchtausschuss begann heute früh mit dem Kasseler Endspurt von Marlise Grimms Workshop. "Mehr Öffentlichkeit und mehr Dialog wagen!“ ... „Motivation schaffen, um große und kleine Züchter gleichermaßen zu begeistern und mit ins Boot zu holen" waren zwei der wichtigen Kernbotschaften.

Einen Bericht aus der FN bot Claudia Eikermann. Sie informierte u.a. über die neue Equidenpass-Richtlinie der EU inkl. Neu-Anordnung der darin enthaltenen Kapitel und eine Kennzeichnung hinsichtlich „Schlachtpferd / Nicht-Schlachtpferd“, die zum 1. November 2016 in Kraft getreten ist. Die leicht gestiegenen Kosten für die Ausstellung der Pässe ist bereits auf ipzv.de dokumentiert, zudem ist eine Eintragung des Besitzwechsels im Pferdepass inzwischen verpflichtend. Eine neue EU-Verordnung ist dem Vernehmen nach in Arbeit, die auf eine dynamische Eintragung von Standort- bzw. Halter-Wechseln abzielt hinsichtlich einer Nachverfolgbarkeit („Wann war welches Tier wo?“) im Falle von Seuchen.

Die FN habe aktuell erneut ihr Zuchtprogramm diskutiert inkl. einer künftig verpflichtenden Abstammungsüberprüfung leistungsgeprüfter Hengste (schon jetzt der Regelfall in FEIF/IPZV). Praktische Empfehlung von Claudia: Jeder Züchter sollte seine Zuchtstätte und deren Namen bzw. Marke im eigenen Interesse beim in England ansässigen Central Prefix Register (www.centralprefixregister.com) anmelden, um sein eigenes Label international verbindlich zu schützen.

Es folgte der Bericht aus WorldFengur (WF) von Kristín Halldórsdóttir. 488.326 Pferde sind mittlerweile insgesamt in WF eingetragen, davon 45.023 deutsch gezogene Pferde inkl. 1.569 Fohlen aus dem aktuellen Jahrgang 2016 (von diesen sind 846 richterlich beurteilt worden). Schätzungsweise beträgt die Gesamt-Fohlenzahl dieses Jahres rund 2.200. Derzeit haben außerdem 5.450 IPZV-Mitglieder einen eigenen WF-Zugang.

2016 gab es in Deutschland 12 FIZO-Prüfungen mit insgesamt 289 geprüften Pferden, 48 wurden lediglich Exterieur-beurteilt, 241 vollständig. Nach Geschlechtern getrennt, zeigten Züchter und Besitzer 123 Hengste und 166 Stuten (16 Pferde 2x beurteilt, ein Pferd 3x). 205 der geprüften Pferde stehen in deutschem Besitz, 53 kamen aus Dänemark, weitere Prüflinge in geringer Zahl aus weiteren Nachbarländern. FEIF-weit gab es übrigens 51 FIZO-Prüfungen mit 2.508 geprüften Pferden (ca. 26 Prozent Hengste, zwei Drittel Stuten / in Deutschland: 43 Prozent Hengste).

Alle zur FIZO-Prüfung gemeldeten Stuten sollen künftig – analog zu den Hengsten – eine verlässliche DNA-Typisierung und damit eine Abstammungsüberprüfung vorlegen. Isländische Vornamen sollen verpflichtend aus Namensliste in WF stammen (Beschlussfassung in der Delegates’ Assembly 2017), Ergänzungen zu der Namensliste können beim zuständigen Registrar beantragt werden. Die Praxis der FIZO-Prüfungen soll außerdem wieder dahin zurückkehren, dass zwei Richter maximal 25 Pferde beurteilen dürfen, ab Pferd Nr. 26 werden – wie bereits früher üblich – drei Richter verpflichtend.

Die Programmierung einer eigenen WF-App für Smartphones und Tablets hat begonnen, eine kostenpflichtig nutzbare Video-Datenbank von Zucht- und Sportpferden der Landsmót-Prüfungen 2014 und 2016 steht innerhalb von WF online bereit. Kristín Halldórsdóttir ist zudem aktiv, farblich besonders auffällige Pferde auf FIZO-Prüfungen zu fotografieren und nicht nur ihre Bilder in WorldFengur zu archivieren, sondern schrittweise ein stetig wachsendes Bildarchiv anzulegen, um die Farbvielfalt des Islandpferdes noch besser dokumentieren zu können.

Berichte aus den Landesverbänden ...

Saarland: Züchterversammlung, Körung und Hengstschau in Standenbühl, Resonanz leider niedrig. 82 Fohlen geprüft, Islandpferde-Festival in Zweibrücken 2016 ohne Zucht-Komponente, für 2017 Züchter-Fortbildungen, Hengstschau als Zusammenarbeit mit Hessen, BaWü, RP angedacht. FIZO erstmalig bei Fam. Kohl auf Móarbær ausgerichtet, Neuauflage für Sommer 2017 geplant, ebenso das beliebte Festival im Oktober 2017 auf dem Landgestüt in ZW. 

Hannover-Bremen: Körung zu Jahresbeginn, dafür 3 gut besuchte FIZO-Prüfungen, Züchter-Fortbildung am Kronshof, Zahl der geprüften Fohlen gleichbleibend, ein beteiligter Hof mehr als zuvor, gute Entwicklung, beste Fohlen bzw. deren Züchter werden im Rahmen der Delegiertenversammlung des Landesverbandes prämiert. 

Bayern: 234 Fohlen im Jahr 2016 geboren, Fohlenprüfung mit 9 Orten in 8 Tagen, dabei 18 Goldprämienfohlen, weitere Jungpferdeprüfungen in Unterbronnen und Wurz. 28 FIZO-Pferde in Wurz im Frühjahr, Veranlagungstest gemeinsam mit Landesverband BaWü und Fam. Kollmannthaler auf Anlage des IPV Sleipnir in Neuler. Großes Angebot an Fortbildungen und Stammtischen. Für 2017 FIZO Wurz im Frühjahr plus DIM geplant, dazu Fohlenreise, Jungpferdeprüfungen und Veranlagungstests. 

Baden-Württemberg: 9 Zucht-Veranstaltungen im Jahr 2016 inkl. Rasseversammlung mit Diskussionsthema Wolf, Thema Pferdesteuer derzeit unauffällig, VAT und FIZO auf dem Vorsenzhof, Jungpferdeprüfung zudem auf dem Wiesenhof, Fortbildung auf dem Burrishof, Fohlenreise im Sommer und aktives Programm vom Team Junge Züchter. Für 2017 erneut VAT und FIZO am Vorsenzhof plus Fohlenreise BaWü geplant. 

Norddeutschland: Körung in den Holstenhallen im Februar, im März Hengstschau in Luhmühlen, rückläufige Zahlen bei Teilnahme an Prüfungen und Veranstaltungen im Norden im Jahr 2016, Zucht-Sport-Kombination auf Heesberg plus Vorträge über Hengsthalter-Gemeinschaften (Peter Miessner) und Zucht-Entwicklung der letzten 60 Jahre (Kristín Halldórsdóttir). 

Hessen: 2 Jungpferde-Prüfungen und Körungen auf Ellenbach und in Alsfeld, Anfang September Fohlenreise mit rund 120 Fohlen (zahlenseitiges Minus wg. Druse- und Herpes-bedingter Absagen), Züchterfortbildung mit Judith Krohn von der Universität Gießen über Zuchthygiene (Deck-Infektionen, CEM, Besamung, ...) mit Gastgeber Igelsburg. Für das kommende Frühjahr 2017 sind weitere Fortbildungen geplant, u.a. „Starke Hufe, leistungsfähige Beine“ und „Selektive Islandpferdezucht und Ausbildung“ mit Magnús Lárússon und Svanhildur Hall, Gastgeber Tobias Müller und Jaqueline Henrich 

Rheinland: Erfolgreiche Hengstschau trotz schlechten Wetters bei Styrmir Árnason, Körung und 3 Fohlenprüfungen (30 Prozent des Geburtenjahrgangs), engagierter Kontakt zum Rheinischen Pferdestammbuch, ab 2017 (erster Termin am 9. April) kombinierte Körungs- und Schau-Events in Gemeinschaft von IPZV-LV und Stammbuch auf Schloss Wickrath in Mönchengladbach. 

Berlin-Brandenburg: Spannendes Jahr inkl. Züchterstammtisch und Züchter-Reittag für Kontaktanbahnung und Stärkung des Miteinander, für 2017 erneut geplant auf Gut Birkholz. Jungpferdeprüfung und Veranlagungstests erfolgreich durchgeführt, Idee des „Vorwärtsreitens“, Fragestellung „Wie eignet sich mein Pferd hinsichtlich seiner sportlichen Perspektive?“ Hälfte aller im LV geborenen Fohlen wurden geprüft (Durchschnitt 7,95). Neuaufblühende Zusammenarbeit mit dem Zuchtverband, Gründung eines eigenen Zuchtvereins für das Islandpferd vorgesehen, um in der Delegiertenversammlung des Zuchtverbandes stärker repräsentiert zu sein. Über Addition des LV-Zuchtbereiches Mecklenburg-Vorpommern sind Angebote à la „FIZO Novizo“ z.B. in Zachow angedacht – nicht primär als Prüfung, sondern als Fortbildungsangebot für junge Reiter. 

Westfalen-Lippe: Züchterversammlung gemeinsam mit dem Westfälischen Pferdestammbuch, Jungpferdeprüfung und Körung im Rahmen der Handorfer Islandpferdetage inkl. Exterieur-FIZO, gerittene FIZO auf Gestüt Brock, Fohlenreise mit 140 Fohlen und erneute, sehr gut besuchte Züchterversammlung im Herbst. Für 2017 angedacht: Veranlagungstests auf dem Islandpferdehof Grenzdyck in Sonsbeck am Niederrhein (Barbara Frische, Alex Conrad) und in der Reitschule Berger im Sauerländischen Berlar (Jolly Schrenk, Silke Feuchthofen).

Neuer Reitervertreter ist seit diesem Sommer und seiner Wahl im Rahmen der DIM in Zachow Styrmir Árnason. Nach seiner Wahl will sich Stymmi für die Belange der Züchter einsetzen und nicht zuletzt seine große praktische Erfahrung in diese Arbeit einbringen. Maria dankte ihm für seine Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement und begrüßte die bereits erfolgte Kontaktanbahnung mit aktiven Züchtern.

Über Probleme in der Weidetierhaltung, verursacht durch Wölfe, referierte Ausschuss-Gast Christiane Rippl (0157-35226358 / ch.rippl@propferd.org) vom Aktionsbündnis Pro Pferd e.V. Der höchste rechtliche Schutz-Status des Wolfes trage zur aktuellen Ausweitung der Wolfs-Population bei, hier sei oberste Wachsamkeit angeraten, ebenso solle man sich über entsprechende bauliche Schutz-Maßnahmen informieren. In jedem Bundesland gebe es Kontaktstellen, so Rippl, für das Thema Wolf, Gefährdung, Schutz, Kompensation. Ein reales Gefährdungs-Potenzial herrsche für das Islandpferd in seiner „passenden“ Körpergröße (vgl. Angriffe auf Rinder, Kälber, …), und in der öffentlichen Diskussion dürfe man nicht unterschätzen, objektive Risiken des Beutegreifers Wolf abzuwägen gegen eine mitunter emotionale Aufladung der Naturschutz-Komponente.
 
In der Kategorie „Sonstiges“ sprach sich der Zuchtausschuss für eine Sleipnir-Prämierung auf der Gala in Düsseldorf sowohl für den Züchter wie auch für das Zuchtpferd des Jahres aus. Auch die Sitzungstermine für 2017 hat das Gremium bereits festgelegt: 2. März (Frühjahrssitzung) und 14./15. November (Herbstsitzung) jeweils in Kassel. Gegen 14 Uhr schloss IPZV-Ressortleiterin Maria-Magdalena Siepe-Gunkel die Ausschuss-Sitzung mit einem großen Dankeschön an alle Beteiligten und entließ diese nach toller Arbeit in die Vorweihnachtszeit.

Text & Bild: Henning Drath

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