Wie gehen wir miteinander um?

17.05.17 von IPZV e.V.

… ein Zwischenruf von IPZV-Präsident Uli Döing

Bei meiner Vorstellung auf der Jahreshauptversammlung des IPZV e.V. am 18.03.2017 habe ich als eines der Ziele meiner Amtszeit genannt, „einer Kultur der gegenseitigen Wertschätzung und des Vertrauens im Verband wieder zum Durchbruch verhelfen“ zu wollen. Ich habe betont, dass sich eine solche Veränderung nicht auf die Verbandsspitze, das IPZV-Präsidium, beschränken dürfe: „Von dieser JHV muss ein Signal ausgehen, dass auf allen Ebenen des Verbandes über diese Thematik gesprochen wird!“

Wie wichtig und richtig es war, das Thema Wertschätzung auf die Tagesordnung zu setzen, ist mir und wahrscheinlich vielen anderen Verbandsmitgliedern in den letzten Tagen wieder einmal mehr als deutlich geworden, als wir auf eine Diskussion auf facebook aufmerksam wurden, in der es um eine FIZO-Prüfung und das dort eingesetzte Kollegium internationaler Materialrichter ging.

Die Form, in der die Dinge bei facebook dargestellt wurden, ist verletzend, ehrabschneidend, rufschädigend und entspricht in keinster Weise meiner Vorstellung, wie wir mit Personen, egal ob wir sie mögen oder nicht, sie für fähig oder unfähig halten, jemals umgehen sollten.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Natürlich ist auch mir klar, dass es immer wieder Situationen geben wird, in denen ein Reiter oder Vorsteller eines Pferdes oder ein Züchter oder ein Pferdebesitzer Noten nicht nachvollziehen kann und sich über das vermeintlich ungerechte Urteil von Richtern ärgert.

Die Tatsache, dass die Einschätzungen von Reitern und ihrem Umfeld bezüglich der Qualität von Vorstellungen mit denen der Richter nicht immer übereinstimmen, ist nicht neu. Auch nicht, dass dabei Emotionen hochkommen und im Eifer des Gefechtes mal das eine oder andere unangemessene Wort fällt.

Aber es ist ein eklatanter Unterschied, ob man übereinander redet - und dies vor allem in der Öffentlichkeit des Internets tut - oder ob man miteinander redet! Der normale Weg wäre es gewesen, auf der oben genannten FIZO-Prüfung die Richter direkt oder die Schauleitung anzusprechen, deren Aufgabe es gewesen wäre, das Gespräch zwischen den unzufriedenen Reitern und den Richtern zu initiieren, damit letztere die Möglichkeit gehabt hätten, ihre Notengebung zu erläutern.

Ich bin der festen Überzeugung, dass sich Probleme wie die oben beschriebenen nur dadurch klären bzw. minimieren lassen, dass alle beteiligten Reiter und Richter direkt und umfassend miteinander kommunizieren, und zwar auf eine respektvolle und wertschätzende Art und Weise auf beiden Seiten.

Auf diesen Weg müssen wir alle im IPZV zurückkehren!

Kein kluger Richter wird von sich behaupten, nie Fehler beim Richten zu machen und immer die beste der möglichen Entscheidungen zu treffen. Wer das glaubt, hat mit Sicherheit eine zu optimistische Einschätzung seiner eigenen Leistungsfähigkeit.

Aber, wir sollten jedem Richter zugutehalten, dass er nach bestem Wissen und Gewissen richtet und ganz sicher nicht orientiert an eigennützigen Kriterien oder persönlichen Zu- bzw. Abneigungen.

Umgekehrt ist zu fragen, warum ausgerechnet ein Reiter in der Einschätzung der Pferde, die er vorstellt, deutlich objektiver sein sollte als ein Richter.

Aber, jeder Reiter hat einen Anspruch auf die Anerkennung und Wertschätzung der Richter, er muss - unabhängig von der Qualität der von ihm vorgestellten Pferde oder seines reiterlichen Entwicklungsstandes – ernst genommen und mit Hochachtung behandelt werden!

Wir müssen wieder mehr miteinander reden!

Dies ist der einzig mögliche Weg zum Erfolg! Es müssen alle Seiten aufeinander zugehen und bereit sein, sich in einer respektvollen Art und Weise zu begegnen!

Ich wünsche mir, dass es hierüber eine breite Diskussion in unserem Verband gibt und dass sich letztendlich die Erkenntnis durchsetzen möge, dass wir nur gemeinsam stark sind und nur mit möglichst großer Geschlossenheit unsere Ziele erfolgreich verfolgen können!

Hierfür ist eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung und des Vertrauens eine unabdingbare Voraussetzung!

Euer

Uli Döing

Zurück